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Archive for Februar 2010

Prinzip Souveränität

Wenn von einer starken Persönlichkeit die Rede ist, die gelassen auftritt, verantwortungsvoll entscheidet und handelt, kommt schnell das Wort „Souveränität“ ins Spiel. Dieser Begriff wurde ursprünglich in Verbindung mit Staaten verwendet und bedeutete „der Anspruch eines Staates auf Nichteinmischung in seine inneren Angelegenheiten durch einen fremden“. Heute verstehen wir das Wort meistens anders: Es geht um die ruhige, überlegene Haltung eines Menschen oder das meisterhafte Können einer Persönlichkeit. Individuelle Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein sind gemeint. Nicht nur für Entscheidungsträger in Unternehmen sind souveränes Auftreten und Handeln das A und O ihrer Tätigkeit: Souveränität ist auch in anderen Bereichen wichtig und fördert ein selbstbestimmtes Leben sowie gleichberechtigte zwischenmenschliche Beziehungen.

Stéphane Etrillard beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Frage, welche Elemente der Persönlichkeit zu echter Souveränität führen. In seiner Tätigkeit als Coach und Berater unterstützt er Manager bekannter Konzerne, mittelständische Unternehmer, Politiker und viele andere Menschen, die sich bei ihm neue Impulse für eine erfolgreiche und überzeugende Kommunikation holen. Seine Erfahrungen aus der Beobachtung und Begleitung von mehreren Tausend Führungskräften und Mitarbeitern aus unterschiedlichsten Branchen sind in dieses Buch eingeflossen. Der Autor beleuchtet den Begriff „Souveränität“ wissenschaftlich fundiert aus verschiedenen Perspektiven und grenzt ihn klar von Arroganz und Selbstüberhebung ab: „Wirkliche Souveränität stützt sich nicht auf vermeintliche Schwächen und Unzulänglichkeiten anderer. Sie kann nur aus der eigenen Persönlichkeit heraus entstehen.“ Er benennt die Voraussetzungen für souveränes Handeln und setzt dabei am Denken, am Umgang mit eigenen Gefühlen und beim persönlichen kommunikativen Verhalten an. Im zweiten Teil gibt der Autor wertvolle Hinweise für die Praxis, insbesondere in Bezug auf die Tätigkeit von Führungskräften. Er zeigt neue Wege auf, um den Spagat zwischen Authentizität und strategischer Vorgehensweise zu bewältigen. Bildhaft illustriert und ergänzt werden seine Ausführungen durch die Lebensgeschichten bekannter Persönlichkeiten wie Johnny Cash, Coco Chanel und Gertrude Stein.

Etrillard, Stéphane
Prinzip Souveränität

Ihre Konstante in einer komplexen Welt.
Als souveräne Persönlichkeit sicher entscheiden und handeln.

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1. Auflage – 224 Seiten, Gebunden
ISBN: 3-87387-633-7
ISBN 13: 978-3-87387-633-0

22,00 EUR

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Stéphane Etrillard

Stéphane Etrillard

Mittlerweile werde ich von meinen Teilnehmern in jedem meiner Seminare auf die Gestik von Angela Merkel angesprochen. Auch Laien fällt ihre Gestik mittlerweile auf. Da stellt sich die Frage, wer sie coacht, warum ihr Coach ihr das empfiehlt oder ob sie überhaupt gecoacht wird und vor allem ob sie das überhaupt merkt. Allein aus Anstandsgründen werde ich hier im öffentlichen Raum nicht einmal ansatzweise einen Deutungsversuch unternehmen.

Falls Sie sich fragen, ob ich ihr Coach bin: NEIN. Wenn ich Angela Merkels Coach wäre, würde ich ihr mit Sicherheit nicht raten, die Hände so zu halten. Selbstverständlich stehe ich Angela Merkel gerne als Personal Coach zur Verfügung.

Einige Abbildungen von Angela Merkels Gestik
Quelle www.sueddeutsche.de
Die Pose als Floskel: permanente Promi-Geste


Schauen Sie sich auch Bilder von Angela Merkel an:

Die Raute der Macht  – Quelle:  www.stern.de


Und dazu noch ein Cartoon:


Merkels Hand-Gesten  –  (Quelle feix-blog)

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Stéphane Etrillard

Von der Antike bis ins Mittelalter galt die Dialektik als ein unverzichtbares Fachgebiet jeder höheren Erziehung und Bildung. In unserer modernen Welt wird diese alte Kunst jedoch häufig vernachlässigt oder sie wird verfremdet genutzt, um in Gesprächen den „Gegner“ in die Enge zu treiben und verbal mattzusetzen. In der Praxis kommen heute oft nur die dialektischen Kunstgriffe zur Anwendung, während die ursprünglichen Lehrinhalte der antiken Dialektik aus dem Blickfeld geraten. Dabei sind diese heute aktueller denn je.

von Stéphane Etrillard, Management Institute SECS

In der Antike und im Mittelalter waren die sogenannten „freien Künste“ Teil einer jeden Gelehrtenausbildung. Die Wissensgebiete Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Harmonielehre und Astronomie bildeten gemeinsam die Basis einer höheren Bildung. Und noch im Mittelalter waren sie die Vorbereitung auf das eigentliche wissenschaftliche Studium an den Fakultäten der Theologie, Jurisprudenz und Medizin und wurden dort in einer eigenen Fakultät, der Facultas Artium, zusammengefasst. Diese Fakultät gilt als Vorläufer der philosophischen Fakultät, die heute ihren Platz in nahezu jeder Universität hat.

Innerhalb der „freien Künste“ nimmt eine Disziplin eine gewisse Sonderstellung ein: Es handelt sich dabei um die Dialektik. Unter Dialektik versteht man im Allgemeinen die Kunst, ein geregeltes (Streit-)Gespräch aus Rede und Gegenrede – oder eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit These und Gegenthese – zu führen, das der Erkundung der Wahrheit dient und zu einem schlüssigen Ergebnis gelangt, womit die anfänglichen Meinungsverschiedenheiten aufgelöst werden. Bei Isidor von Sevilla, einem bedeutendem Gelehrten des 6. und 7. Jahrhunderts, der das Wissen der Antike in das Mittelalter trug und maßgeblich das Selbstverständnis der mittelalterlichen Universitäten prägte, liest man dazu: Die Dialektik sei eine Disziplin, „in der erörtert wird, wie mit Bezug auf die Ursachen der Dinge oder die Sitten des Lebens die Wahrheit zu suchen ist“; und die Dialektik hilft dabei, „in schwierigsten Disputationen Wahres von Falschem zu unterscheiden“.

Mit dieser Charakterisierung wird die Dialektik im universitären Umfeld zu einer Art Grundlagenfertigkeit im Umgang mit allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen, denn sie befasst sich mit den Fragen der Erkenntnis, der Wahrheitssuche – und wird damit zur Basis jeder Wissenschaft. Dieses Verständnis etablierte sich auch in den Universitäten, und die Dialektik wurde zu einer methodischen Grundausbildung, die allen anderen wissenschaftlichen Studien vorangestellt war.

Wirft man nun heute einen Blick auf einige der unzähligen verbalen Auseinandersetzungen in der (medialen) Öffentlichkeit an, wünscht man sich häufig, dass jeder, der an öffentlichen Gesprächsrunden teilnimmt, in den Genuss einer solchen dialektischen Grundausbildung kommen sollte. Doch auch fernab von der breiten Öffentlichkeit, im Privat- und vor allem im Berufsleben wird das alte Grundwissen der Dialektik zu selten zurate gezogen. In unserer Gesellschaft, in der Kommunikation eine Schlüsselposition einnimmt, rücken die Dialektik und die Rhetorik, als angewandte Dialektik, dennoch wieder in den Vordergrund – oder sollten es zumindest. Denn immer und überall werden Gespräche oder Auseinandersetzungen geführt, und unendlich viel Zeit und Energie wird dadurch verschwendet, dass Menschen aneinander vorbeireden und schlüssige Ergebnisse von Gesprächen bzw. Auseinandersetzungen einfach ausbleiben. Die allgegenwärtigen Talkrunden in Funk und Fernsehen – ganz gleich ob zwischen hohen Politikern oder streitenden Nachbarn – sind und bleiben anschaulichstes Beispiel dafür. Wenn wir ehrlich sind, kennen wir nicht minder drastische Beispiele oft auch aus dem persönlichen Umfeld. Oft wird zwar intensiv um wahr oder falsch gestritten, dass jede erfolgreiche und also konstruktive Gesprächsführung bestimmten Regeln folgt, wird jedoch gern ignoriert. Dabei sind die Grundgedanken der Dialektik sehr einfach und einprägsam:

Die erste Regel formulierte Platon:
„Verhalte Dich nicht egozentrisch.“ – Sie lässt sich mit dem simplen Gedanken der Wechselrede konkretisieren: Die Parteien reden abwechselnd und hören einander zu. Aus dem gegenseitigen Zuhören ergibt sich eine zweite Regel: Die Parteien geben ausdrücklich an, wann sie den Ansichten der jeweils anderen Partei widersprechen. Tun sie dies nicht, gilt dieses Unterlassen als Zustimmung. So wird vermieden, dass die Beteiligten aneinander vorbeireden. Damit die Parteien einander dann überhaupt verstehen, gilt als dritte Regel: Die Gesprächspartner drücken sich klar und eindeutig aus, um Missverständnisse möglichst zu vermeiden. Und die letzte Grundregel lässt sich von Aristoteles ableiten, der sagte: „Analysiere und argumentiere logisch.“ Sprich: Widersprüche in der eigenen Argumentation oder zu dem, womit man sich bereits einverstanden gezeigt hat, sind nicht zulässig.

Wer diese vier einfachen Spielregeln beherzigt, vermindert damit sofort die Gefahr unerfreulicher und destruktiver Gesprächsverläufe. Und es zeigt sich hier auch ganz deutlich, dass Dialektik also keineswegs dazu da ist, die eigene Meinung möglichst verlustfrei durchzusetzen. Gerade unter dem Stichwort Rhetorik findet dieses Missverständnis immer noch Verbreitung. Ausgangspunkt eines „Streitgesprächs“ sind zwar meist gegensätzliche oder wenigstens unterschiedliche Meinungen, doch Ziel ist es nicht, die Meinung des Gegenübers als falsch und die eigene als richtig darzustellen – und dieser Aspekt wird in der Gesprächspraxis allzu oft vergessen. Ziel eines Gesprächs bleibt vielmehr die konstruktive Verständigung über den Gegenstand der Meinungsverschiedenheit. Es gilt, einen Ausgleich der Meinungen herzustellen, einen Konsens zu erzielen, der für beide Parteien der Wahrheit gleich kommt.

Aus diesen Grundsätzen lässt sich nun auch für unsere moderne Zeit eine Rhetorik ableiten, die nicht auf den rhetorischen Sieg bloß um des Sieges willen abzielt, sondern stattdessen ganz und gar ausgerichtet ist auf die erfolgreiche Verständigung der Gesprächspartner, die gemeinsam die Wahrheit zu ergründen suchen. Und so sind auch die Mittel der Rhetorik nicht in verbalen Finten, Spitzfindigkeiten, Vernebelungstaktiken oder Totschlagargumenten zu suchen, sondern allein in der Überzeugungskraft der persönlichen Argumentation, die sich einerseits in den schlüssigen Inhalten niederschlägt, sich andererseits auch im guten Stil der Gesprächsführung entfaltet. Denn ein Streitgespräch ist keine Kampfansage, und die eigenen Argumente sind keine „Waffen“, mit denen man den „Gegner“ bezwingt. Argumente – und genauso die Gegenargumente! – sind viel eher als Stufen auf dem gemeinsamen Weg zur Wahrheit zu betrachten. Mit jedem überzeugendem Argument nähert man sich dem Konsens, der gegenseitigen Verständigung. Mit einer solchen Art der Gesprächsführung kommt man nicht nur schneller und besser zum Ziel, sie lässt zudem auf eine stilvolle und souveräne Persönlichkeit schließen, die es nicht nötig hat, seinen Gesprächspartner mundtot zu machen. Auch dieser Aspekt ist alles andere als unerheblich, denn Gespräche, die auch in heiklen Situationen ein gewisses Niveau beibehalten, führen seltener zu unnötigen Konflikten und sind daher zu Recht als konstruktiv zu bezeichnen.

In unserer Zeit, die von der Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten und der Fülle kommunikativer Prozesse geprägt ist, ist eine Rhetorik der Überzeugungskraft letztlich die einzige Chance, sich nicht dem stetig steigenden Lärmpegel der Kommunikation zu unterwerfen und selbst immer nur noch lauter, noch bunter, noch spektakulärer zu sein in der Hoffnung, irgendwo Gehör zu finden. Die Rückbesinnung auf die sehr praktikablen Grundregeln der Dialektik leitet den Blick auf die Qualität unserer Kommunikation, auf den Erfolg unserer Gespräche, und nicht auf das Aufsehen, das sie erregen. Und der Maßstab dafür kann nur die gelungene Verständigung sein. Qualitativ hochwertige Gespräche, die effektiv und erfolgreich verlaufen, dienen nicht der Selbstdarstellung, sondern der Klärung und der Kommunikation von Inhalten. Ganz gleich, ob es sich dabei um private Auseinandersetzungen, um berufliche oder Fachgespräche handelt. Ein Gespräch, das stattdessen letztlich bloß dazu führt, dass der Gesprächspartner eingeschüchtert oder in die Ecke gedrängt seine Meinung aufgibt, ist in letzter Konsequenz immer ein unsinniges und vor allen Dingen überflüssiges Gespräch, denn in der Sache wird hier nichts geklärt. Und die Meinungsverschiedenheiten bleiben weiterhin bestehen oder steigern sich nur noch. Gerade langfristig gesehen, bleibt ein solches Gespräch ohne echtes Ergebnis und führt in der Folge sogar häufig zu Konflikten oder Missverständnissen. – Und überflüssige, ergebnislos verlaufende kommunikative Vorgänge gehören nun zu den Dingen auf der Welt, auf die wir gerne verzichten können.

Deshalb ist es wichtig, die Qualität und Effektivität von Gesprächen und Kommunikation nicht aus dem Blick zu verlieren, was bei den schier grenzenlosen Kommunikationsmöglichkeiten unserer Zeit tatsächlich zu einer reellen Gefahr geworden ist. Die aus der Antike stammenden Grundsätze der Dialektik geben uns Hinweise darauf, wie wir dieser Gefahr Einhalt gebieten können, und sie haben auch in unserer modernen Gesellschaft weiterhin ihre volle Gültigkeit. Aufmerksamkeit, Fairness, Klarheit im Ausdruck, Authentizität und schlüssige Inhalte waren damals und sind auch heute die Eckpfeiler einer überzeugenden Gesprächsführung.

© Stéphane Etrillard 2010  www.etrillard.com

Hier finden Sie die Seminare von Stéphane Etrillard zum Thema Souveränität, Rhetorik, Dialektik

Lesetipp: Gesprächsrhetorik von Stéphane Etrillard

Gesprächsrhetorik von Stéphane Etrillard

Gesprächsrhetorik von Stéphane Etrillard

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Stéphane Etrillard

Stéphane Etrillard

Die eigene Persönlichkeit ist eine stabile Basis für jede Art von Erfolg. Die persönliche Souveränität ist dabei eine Konstante, die Sie zuverlässig zum Ziel führt und gerade auch in stürmischen Zeiten zum entscheidenden Vorteil wird, wenn andere bereits die Segel einziehen müssen. Deshalb lohnt es sich, die persönlichen Kompetenzen auszubauen und zu stärken. In einer komplexen Welt ist das eigene Selbst die verlässlichste Konstante und ermöglicht ein souveränes Auftreten, Entscheiden und Handeln.

von Stéphane Etrillard

Fachlich brillant, menschlich eine Katastrophe – eine Diagnose, die in letzter Zeit gerade Führungskräfte immer häufiger attestiert bekommen. Die Häufung derartiger Feststellungen resultiert nun allerdings nicht daraus, dass soziale Kompetenzen in den letzten Jahren allgemein nachgelassen hätten. Vielmehr hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der berufliche und somit auch der wirtschaftliche Erfolg in engem Zusammenhang mit der Persönlichkeit stehen. Und das gilt längst nicht nur für Führungskräfte. Viele Unternehmen wollen und können es sich schlichtweg nicht mehr leisten, dass Mitarbeiter durch persönliche Defizite zur Belastung werden. Die Ansprüche, die an die Persönlichkeit der Mitarbeiter und insbesondere der Führungskräfte gestellt werden, steigen also zusehends, und über das berufliche Vorwärtskommen entscheiden heute längst nicht mehr nur die fachlichen Fähigkeiten und Qualifikationen.

Übrigens ist es nicht zwangsläufig so, dass die Unternehmen jetzt ihre soziale Ader entdeckt hätten – der Grund für das Umdenken lässt sich vor allem auf reine Fakten zurückführen und am Beispiel einer Führungskraft veranschaulichen: Der neue Abteilungsleiter mag eine fachliche Koryphäe sein, doch kaum hat er seine neue Position angetreten, macht sich Unmut breit. Es hagelt Beschwerden, die Fluktuation in der Abteilung nimmt zu, der Krankenstand steigt und erste Kunden springen ab. – Solche Szenarien sind keine graue Theorie, sondern gehören in der Praxis zum Alltag und sind dort nicht nur ärgerlich für alle Beteiligten, sondern schaden dem Image und kosten zudem schlichtweg Geld. Und tatsächlich scheitern Führungskräfte – inklusive des vielversprechenden Nachwuchses – in 90 Prozent der Fälle an mangelnder persönlicher Kompetenz.

Oft beginnt die Auslese allerdings nicht erst, wie im Beispiel, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist: Wer Defizite im persönlichen Auftreten zeigt, wird heute nur noch in Ausnahmefällen die Chance für den nächsten Schritt nach oben erhalten. Andersherum: Wer schon durch ein souveränes Auftreten überzeugt, setzt sich damit von der Masse ab – und Türen, die für viele andere verschlossen bleiben, werden weit geöffnet. Das gilt für alle Bereiche des (nicht nur) beruflichen Lebens, und es wäre ein Leichtes, entsprechende Beispiele sowohl für den Auszubildenden als auch für den erfahrenen Manager zu finden: Ob der Auszubildende nun übernommen wird oder der Manager einen erweiterten Verantwortungsbereich zugesprochen bekommt – in beiden Fällen wird die jeweilige Persönlichkeit eine ganz erhebliche Rolle bei der Entscheidung spielen. Und was schon mit den ersten Schritten auf der Erfolgsleiter beginnt, erhält mit jedem weiteren Schritt immer größere Bedeutung.

Der Stellenwert einer souveränen Persönlichkeit wächst insbesondere in Anbetracht der Komplexität unserer modernen Lebenswirklichkeit. Denn diese ist geprägt von Vielfalt, Unvorhersehbarkeit, Wandel, Bewegung, Vernetzung und Wechselwirkungen in immer neuen Konstellationen. Vieles ist heute – oft auf undurchschaubare Weise – miteinander verknüpft. Gerade weil sie so selten zu finden sind, stehen Aspekte wie Berechenbarkeit hoch im Kurs. Konstanten und feste Größen, die Halt und Orientierung geben, sind rar und deshalb kostbar geworden – und hierbei geht es nicht nur um abstrakte Zusammenhänge, sondern in hohem Maße auch um zwischenmenschliche Beziehungen.

Das führt geradewegs zu den Fragen: Kann man selbst etwas dazu beitragen, um als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen zu werden? Und wenn ja, was? Wie lässt sich das persönliche Auftreten optimieren?

Übernehmen Sie Verantwortung

Ja, Sie haben es selbst in der Hand, Ihre persönlichen Fähigkeiten zu nutzen und weiterzuentwickeln, um schließlich als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Bevor sich die Frage nach dem Wie stellt, geht es zunächst vor allem darum, dass Sie sich eindeutig dafür entscheiden, Optimierungen in die Wege zu leiten. Denn mit halbherzigen Ankündigungen können Sie nichts erreichen. Auf der anderen Seite haben Sie bei entschlossenem Vorgehen die Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit und mit geringem Aufwand sehr viel zu erreichen. Genau genommen müssen Sie schon nach einer sehr guten Ausrede suchen, um alles beim Status quo zu belassen und nicht das eigene Selbst und die eigene Persönlichkeit gezielt einzusetzen.

Wenn Sie also den komplexer werdenden Anforderungen selbstbewusst und zielorientiert entgegentreten wollen, setzen Sie ganz auf Ihre Persönlichkeit. Und dies beginnt mit einer kleinen, jedoch wichtigen Vorbedingung: Setzen Sie Ihr Vorhaben in die Realität um! Wer seine Vorhaben nicht bewältigt, Zielsetzungen gar nicht erst anfängt oder alles auf halbem Wege wieder abbricht, sendet die falschen Signale an seine Umgebung und seine Mitmenschen.

Lassen Sie keine Ausreden mehr gelten, sie dienen in erster Linie doch nur dem Zweck, die Verantwortung von uns weg und anderen oder den berühmten Umständen in die Schuhe zu schieben. In Wahrheit sind es nicht die schlechten Rahmenbedingungen, die misslichen Umstände, der Stress und tausend andere Dinge, die uns davon abhalten, das zu tun, was wir tun sollten und eigentlich auch tun wollen. Solche Ausreden zählen nicht, denn einen aufgeschobenen Beginn oder einen Abbruch der eigenen Vorhaben haben nur wir selbst zu verantworten. Doch wer etwas aufschiebt, verleugnet gern die eigene Verantwortung und sieht sich lieber als Opfer der ungünstigen Bedingungen, denen er machtlos ausgeliefert ist.

Eine souveräne Persönlichkeit zeichnet sich dagegen dadurch aus, dass sie sich Ziele setzt und diese auch erreicht – hierbei wird sie sich weder  von anderen manipulieren lassen noch die Eigenarten der eigenen Persönlichkeit verleugnen. Souveränität bedeutet authentisch und zuverlässig zu agieren und in der Lage zu sein, sich in andere Menschen einzufühlen. Eine souveräne Persönlichkeit kann die Tragweite der eigenen Entscheidungen und des eigenen Handelns sehr gut einschätzen und übernimmt die Verantwortung dafür.

Wie Sie sehen, sind wir bereits mittendrin in der Beantwortung der Frage, wie man selbst dazu beitragen kann, als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Der erste Schritt ist also: Übernehmen Sie selbst die Verantwortung für Ihr Handeln oder Nichthandeln und schieben Sie Versäumnisse nicht anderen in die Schuhe. – Denn jeder Mensch, der Verantwortung übernimmt, stärkt nicht nur seine persönliche Souveränität, sondern beeinflusst damit auch ganz erheblich und in positivem Sinne das Bild, das sich andere von ihm machen.

Gerade im beruflichen Umfeld ist die Bereitschaft, Verantwortung für sich selbst, für die eigene Arbeit und für das Ganze zu übernehmen, ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Denn wer Verantwortung übernimmt, arbeitet eigenständig und ist sich seines Handelns bewusst. Er verlässt sich nicht darauf, dass alles in Regeln gefasst ist, sondern bedenkt und entscheidet selbstständig, was zu tun ist, er ergreift die Initiative, macht sich Gedanken über die Ergebnisse und Folgen seines Handelns und behält auch das Miteinander im Auge. Erst Eigenverantwortlichkeit ermöglicht es, Risiken einzugehen und ausgetretene Pfade zu verlassen, um neue Lösungen zu suchen. Verantwortungsbereitschaft ist damit eine der wichtigsten Bedingungen für den eigenen beruflichen Erfolg.

Glaubwürdigkeit – der Schlüssel zur Souveränität

Wer bewusst Verantwortung übernimmt, ebnet damit zugleich den Weg für den nächsten Schritt in Richtung persönliche Souveränität. Denn nicht umsonst bedeutet Souveränität auch Unabhängigkeit. Menschen, die unabhängig und also aus sich selbst heraus entscheiden, lassen sich nicht von äußeren Bedingungen manipulieren – das verleiht ihnen ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit. Und Vertrauenswürdigkeit gehört wiederum zu den wesentlichsten Merkmalen, die souveränen Persönlichkeiten zugeschrieben werden.

Setzt man Vertrauen in Sie, geschieht das stets freiwillig. Denn niemand kann gegen seinen Willen dazu gebracht werden, jemandem sein Vertrauen zu schenken. Vertrauen will verdient werden, und man selbst muss sich des Vertrauens würdig erweisen. Schließlich geht jeder, der einem anderen vertraut, damit ein gewisses Risiko ein. Das Vertrauen eines Menschen bekommt man also nur geschenkt, wenn das damit einhergehende Risiko gegen null geht. Daher gilt es, die eigene Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen, bevor andere sich einem „anvertrauen“. Da das Vertrauen meist Bereiche betrifft, die man selbst nicht überblicken oder beeinflussen kann – das Vertrauen in das bessere Fachwissen eines anderen, in seine Ehrlichkeit, in seine besseren Handlungsmöglichkeiten und in seine Integrität –, ist die Vertrauenswürdigkeit des Gegenübers die einzige Versicherung. Und Vertrauenswürdigkeit wiederum setzt ein hohes Maß an Souveränität voraus.

Um mehr Souveränität zu entwickeln, bedarf es nun jedoch keiner mysteriösen Tricks oder besonderer Fähigkeiten. Im Vordergrund steht vielmehr die eigene Entscheidung darüber, welche Verhaltensweise wir im sozialen Miteinander an den Tag legen. – Wer auf Aspekte wie Verantwortungsbewusstsein, Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit keinen Wert legt, mag sich vielleicht auf Biegen und Brechen durchsetzen können, doch als souveräne Persönlichkeit, an der sich andere auch in stürmischen Zeiten halten können, wird er sicher nicht wahrgenommen.

Auf Dauer ist es immer wesentlich überzeugender und damit auch erfolgversprechender, an sich selbst bestimmte Wertmaßstäbe anzulegen und das eigene Handeln daran auszurichten. So bleiben Sie in Ihren Entscheidungen und Handlungen authentisch und beweisen Ihre Integrität und Verlässlichkeit. Zumindest auf lange Sicht können Sie sich damit einen deutlichen und nicht einholbaren Vorsprung vor all jenen sichern, die einzig auf schnelle, aber kurzfristige Erfolge aus sind. Im Gegensatz zum authentischen und integren Handeln wirkt jede Verhaltensweise, die im Widerspruch zum inneren Wesen eines Menschen steht, aufgesetzt, gekünstelt und erzwungen. Wo auch immer ein Missverhältnissen zwischen Schein und Sein besteht, geht dies zulasten der persönlichen Authentizität – und der Mensch wirkt unecht und unzuverlässig. Das steht den eigenen Erfolgen vehement im Wege, denn gerade ab einem bestimmten beruflichen Level riskiert heute kaum ein Unternehmen, einen unglaubwürdigen Menschen auf eine exponierte Stelle zu befördern.

Deshalb bringt es auch nichts, sich selbst hinter einer Fassade zu verstecken, die nicht zur eigenen Persönlichkeit passt. Das daraus folgende Dilemma hat Abraham Lincoln mit seinem berühmten Ausspruch auf den Punkt gebracht:

„Sie können die Menschen eine Zeitlang täuschen; Sie können sogar einige Menschen die ganze Zeit täuschen; Sie können aber nicht alle Menschen die ganze Zeit täuschen.“

Früher oder später wird also selbst das geschickteste Täuschungsmanöver aufgedeckt, was immer zu einem Reputationsverlust führt, der dann auch nicht mehr an anderer Stelle kompensiert werden kann. Gleichzeitig bergen fehlende Authentizität und der damit einhergehende Vertrauensmangel eine ganz andere Problematik, die sehr gut durch die alte Legende der Byzantinischen Generäle veranschaulicht wird.

Die Legende beschreibt ein Kommunikationsproblem zwischen den osmanischen Generälen, die im Jahr 1453 Konstantinopel belagerten. Wegen der starken Befestigung Konstantinopels war es notwendig, dass die Generäle mit ihren Truppen die Stadt aus verschiedenen Richtungen angriffen. Die Generäle konnten über Boten miteinander kommunizieren und hätten somit die Möglichkeit gehabt, sich auf eine gemeinsame Angriffszeit zu einigen, wodurch die Stadt ohne Weiteres hätte eingenommen werden können. Allerdings intrigierten einige Generäle gegen die anderen und schickten arglistig falsche Botschaften mit Fehlinformationen. Schließlich wusste keiner der Generäle mehr, welche Botschaft von welchem General nun authentisch ist und welche nicht. Keiner konnte mehr den anderen vertrauen. Die Folge war ein desaströser Fehlschlag.

Im Berufsleben geht es heute um ein ganz ähnliches Problem. Jede Form von Handel basiert immer auch auf Vertrauen, und wenn es in der einfachsten Form ist: Wer eine Ware bestellt, vertraut darauf, dass er sie erhält – wer eine Ware versendet oder eine Leistung erbringt, vertraut darauf, dass sie bezahlt wird. In der Praxis ist dieses erforderliche Vertrauensverhältnis noch ungleich komplexer, zumal der Erfolg eines Unternehmens zu großen Teilen auch von zwischenmenschlichen Faktoren innerhalb der Belegschaft abhängt. Fakt ist: Täuschungsmanöver bringen auf Dauer nur wenig ein, zumal diese früher oder später als solche entlarvt werden. Schon deswegen sind Authentizität, die Echtheit eines Menschen, seine Glaub- und Vertrauenswürdigkeit mittlerweile ein vielversprechendes Erfolgsrezept.

Wenn Sie also als souveräne Persönlichkeit wahrgenommen werden wollen, empfehle ich Ihnen:

  • Übernehmen Sie ganz bewusst die Verantwortung für das eigene Handeln.
  • Vermeiden Sie alles, womit Sie Ihre persönliche Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen.
  • Stehen Sie zu Ihren Zusagen und sagen Sie im Zweifelsfall eher Nein, als eine Zusage nicht einzuhalten.
  • Nutzen Sie Gelegenheiten, bei denen Sie sich ohne Abstriche als vertrauenswürdig erweisen können.
  • Setzen Sie Ihre persönliche Macht niemals als Selbstzweck ein.
  • Gehen Sie offensiv mit eigenen Fehlern um. Oft wirkt es besonders souverän, wenn Fehler offen eingestanden und nicht unter den Teppich gekehrt werden.
  • Bleiben Sie sich selbst und Ihrem Stil treu. Verbiegen Sie sich nicht in eine Richtung, die gar nicht zu Ihnen passt. Ihre Authentizität sollte niemals verloren gehen!
  • Versuchen Sie die Dinge nicht nur aus der eigenen Perspektive zu betrachten und ziehen Sie stets Handlungsalternativen in Betracht.

Ihr Kommunikationsstil zeigt, wer Sie sind

All die genannten Aspekte zeigen sich natürlich zum einen im konkreten Handeln und zum anderen im persönlichen Kommunikationsverhalten. Persönliche Souveränität und eine ebensolche Kommunikation sind untrennbar miteinander verwoben. Das zeigt sich schon ganz generell daran, dass souveräne Persönlichkeiten nicht mit Lippenbekenntnissen um sich werfen, sondern ihren Worten auch Taten folgen lassen und zu dem stehen, was sie sagen. Wenn Sie das allgemeine Kommunikationsverhalten genauer beobachten, werden Sie feststellen, dass dies leider keineswegs die Regel ist. Allzu oft werden leichtfertig Behauptungen aufgestellt oder Ankündigungen gemacht, die sich im Nachhinein als Luftnummern entpuppen. Das gilt nicht nur für große Vorhaben, sondern zeigt sich sehr oft gerade im Kleinen: Hier wird eine Zusage nicht eingehalten, dort ein Ereignis beschönigt oder ein Patzer verschleiert und dafür ein Erfolg aufgebauscht.

Doch die Kommunikation ist der Maßstab, mit dem die Glaubwürdigkeit eines Menschen gemessen wird. Deshalb ist es mehr als empfehlenswert, sich aus Intrigen, Klatsch und Tratsch, Schuldzuweisungen und Anschwärzungen rauszuhalten. Eine Person, die Intrigen schmiedet, sich allzu oft zu unbedachten Äußerungen hinreißen und die Gerüchteküche brodeln lässt, hat zwar immer etwas zu erzählen, schadet sich letztlich jedoch vor allem selbst. Denn als vertrauenswürdige oder souveräne Person wird sie bestimmt von niemandem wahrgenommen. Häufig fehlt es ganz einfach an Courage, wenn es mit der Diskretion nicht so genau genommen wird. So kommt dann rasch ein Wort zum anderen, die Sachverhalte werden farbenfroh ausgeschmückt und mit eigenen Kommentaren gewürzt. Gerade das unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit Mitgeteilte, das „Geheime“, Private oder gar Intime scheint durch seine Exklusivität einen besonderen Reiz auszuüben. Und hier zeigt sich eben, ob jemand hinter vorgehaltener Hand mit den Neuigkeiten hausieren geht oder ihnen mit taktvoller Zurückhaltung begegnet.

Ein souveräner Kommunikationsstil beweist sich insbesondere auch beim Umgang mit Fehlern, die anderen unterlaufen sind, und mit den eigenen. In der Praxis sieht es oft so aus: Die Fehler der anderen werden im Glauben, für sich einen Vorteil herauszuholen, an die große Glocke gehängt und die eigenen im Gegenzug unter den Teppich gekehrt. Doch bringt diese Vorgehensweise in den meisten Fällen keineswegs Vorteile mit sich. Aussichtsreicher ist tatsächlich eine umgekehrte Vorgehensweise: Vermeiden Sie es, auf den Fehlern anderer unnötig lange herumzureiten. Suchen Sie stattdessen nach Lösungen, um eine Korrektur einzuleiten. Wenn Sie stattdessen jemanden fortwährend wegen ein und derselben Sache kritisieren, demonstrieren Sie selbst eher Schwäche als Stärke. Aus Fehlern entstehen oft Probleme mit dringendem Handlungsbedarf – und deshalb gilt es, die Probleme zu lösen, anstatt sie nur wieder und wieder durchzukauen und irgendwem unter die Nase zu reiben.

Die Fehler, die anderen unterlaufen, sollten durchaus thematisiert werden – allerdings auf die Sache bezogen und ohne persönliche Wertung. Und für die eigenen Fehler gilt: Gehen Sie in die Offensive, denn damit nehmen Sie allen, die Ihr Missgeschick nach genannter Art für sich selbst nutzen wollen, den Wind aus den Segeln. Das zeugt von Selbstbewusstsein und untermauert Ihre eigene Glaubwürdigkeit. Und in den meisten Fällen sind auch nicht die Fehler selbst das größte Problem, die Schwierigkeiten entstehen erst durch den falschen Umgang mit ihnen. Einen Fehler einzugestehen bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Außerdem geht davon das eindeutige Signal aus, dass die Bereitschaft vorhanden ist, aus dem Missgeschick Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft zu entwickeln. Und natürlich entwaffnet es jeden Angreifer, wenn Sie einen Fehler nicht von sich weisen oder gar anderen in die Schuhe schieben wollen, sondern ihn eingestehen und sich um eine passende Problemlösung kümmern.

Das alles heißt nun keineswegs, dass alles einfach hingenommen werden sollte. Im Gegenteil, wo Missstände herrschen, müssen Veränderungen eingeleitet werden. Das wird jedoch nicht möglich sein, wenn die Kritik an der Sache vorbei zielt oder unverhältnismäßig daherkommt. Zu allem einfach Ja und Amen zu sagen, ist jedenfalls keine Lösung, dadurch wird vielmehr jede Entwicklung verhindert.

Gerade souveräne Menschen sind deshalb auch sehr wohl in der Lage, die eigenen Interessen zu vertreten und, wenn es erforderlich ist, verbindlich Nein zu sagen, wodurch übrigens viele Konflikte bereits im Vorfeld verhindert werden. Denn es sind chronische Ja-Sager, die sich durch ihre leichtfertige Zusage mehr aufbürden, als sie vielleicht leisten können und sich genötigt sehen, gegen die eigene Überzeugung zu agieren. Als Folge entsteht immer Unzufriedenheit: Entweder der eine ärgert sich über seine leichtfertige Zusage, oder der andere ist brüskiert, weil die Zusage schließlich doch nicht eingehalten wurde.

Es spricht also eindeutig für Ihre Souveränität, wenn Sie nur das zusagen, was Sie auch halten können und wollen. Und die Kommunikation hält einige Möglichkeiten bereit, mit denen Sie ein Nein verbindlich anbringen, ohne einen Gesprächspartner vor den Kopf zu stoßen. Sie können auf inhaltlicher Ebene klar und deutlich Nein sagen, ohne die Beziehungsebene zu gefährden, indem Sie:

  • Verständnis für das Anliegen zeigen und plausibel begründen, warum Sie der Bitte nicht nachkommen können (oder wollen).
  • Ihr Nein mit einer eingeschränkten Zusage verbinden, denn oft können Sie zwar nicht das Ganze übernehmen, sehr wohl jedoch einen Teil des Anliegens. Hier sind auch zeitliche Einschränkungen möglich.
  • Ihre Absage mit anderen Lösungsvorschlägen verbinden. So zeigen Sie immer noch, dass Sie das Anliegen selbst ernst nehmen.

Auch hier macht also der Ton die Musik. Und genau das gilt für die Kommunikation allgemein. Achten Sie grundsätzlich nicht nur darauf, was Sie sagen, sondern eben auch darauf, wie Sie etwas sagen. Wer hier die notwendige Aufmerksamkeit an den Tag legt, wird sehr schnell als authentische und souveräne Persönlichkeit wahrgenommen. Denn einerseits besteht so eine Übereinstimmung zwischen den Worten und den Taten, und andererseits beweisen Sie Weitsicht und Einfühlungsvermögen, indem Sie Ihr Kommunikationsverhalten selbst einer kritischen Prüfung unterziehen.

15 Tipps für eine souveräne Kommunikation:

  1. Nicht wer am meisten redet, hat recht. Es ist ein Irrtum zu glauben, ein Gespräch auch hinsichtlich der Rededauer dominieren zu müssen. Die Gesprächsanteile bei zwei Personen sind immer ausgewogen, also rund 50 zu 50!
  2. Betrachten Sie Ihre Gesprächspartner nicht als Gegner – auch (und gerade!) wenn kontroverse Meinungen aufeinander treffen. Jedes Überlegenheitsgebaren lenkt nur vom Kern des Gesprächs ab und führt von der Sachebene zur persönlichen Ebene. Fühlt sich ein Gesprächspartner dann persönlich angegriffen, rücken mögliche Lösungen oft schnell in weite Ferne. Dann kostet es viel Zeit und Energie, wieder zurück zur Sache zu kommen.
  3. Sie haben ein Recht auf Ihre Meinung – für Ihren Gesprächspartner gilt allerdings das Gleiche! Die meisten Menschen spüren unterschwellig, wie sie vom anderen wahrgenommen werden. Betrachten Sie Ihr Gegenüber in Gesprächen also als gleichwertigen Partner.
  4. Verlieren Sie die ursprünglichen Gesprächsziele nicht aus den Augen. Es zeugt von Souveränität, wenn es Ihnen gelingt, ein Abdriften des Gesprächs auf Nebenschauplätze zu verhindern.
  5. Versuchen Sie zuerst, Ihren Gesprächspartner zu verstehen, bevor Sie selbst verstanden werden wollen. Lassen Sie sich auf den Gesprächspartner ein, akzeptieren Sie seine Perspektive. Hören Sie Ihrem Gesprächspartner aufmerksam zu. Glauben Sie nicht, sowieso schon alles zu wissen. Gehen Sie auf ihn ein, und versuchen Sie herauszufinden, was er wirklich meint, was seine Intentionen sind. Das hilft Ihnen auch, Ihre eigene Argumentation wirkungsvoller anzupassen. Sie können nur dann überzeugen, wenn Sie wissen, was der andere mit seinen Worten überhaupt sagen und erreichen will.
  6. Reden Sie weniger über starre Positionen und achten Sie stattdessen auf die Interessen. Selbst bei völlig gegensätzlichen Positionen lassen sich meist dennoch gemeinsame Interessen finden.
  7. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner das Gefühl, verstanden zu werden (jedoch nur, wenn Sie ihn auch tatsächlich verstehen). Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass auch Sie verstanden werden.
  8. Verzichten Sie genauso auf Beschönigungen und ebenso auf Dramatisierungen. Beides schränkt Ihre Glaubwürdigkeit ein und verhindert gegenseitiges Vertrauen.
  9. Formulieren Sie klar, präzise und verständlich. Fassen Sie sich kurz. Wenn Sie es selbst mit einem Dauerredner zu tun bekommen, unterbrechen Sie ihn einfach – höflich, aber nachdrücklich.
  10. Lassen Sie den anderen immer ausreden (wenn Sie es nicht gerade mit einem Dauerredner zu tun haben), und gönnen Sie Ihrem Gesprächspartner auch kleine Pausen, damit er seine Gedanken formulieren kann. Achten Sie auch darauf, selbst nicht unterbrochen zu werden.
  11. Fragen Sie immer nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben – auch wenn Sie sich nur nicht ganz sicher sind, das Gesagte korrekt verstanden zu haben. Mit Nachfragen geben Sie sich keine Blöße. Das Gegenteil ist der Fall, gerade mit Nachfragen zeigen Sie Interesse an der Meinung des anderen.
  12. Vermeiden Sie rhetorische Tricks (insbesondere auch gegenüber weniger redegewandten Gesprächspartnern) und lassen sich selbst nicht auf rhetorische Finessen ein.
  13. Sprechen Sie die Sprache Ihres Gesprächspartners: Vermeiden Sie allzu elitäre und übertrieben „geschraubte“ Ausdrucksweisen und Fachausdrücke, von denen Sie nicht sicher sind, dass Ihr Gesprächspartner sie kennt.
  14. Gehen Sie Konflikten aus dem Weg. Ist die Gesprächssituation emotional zu aufgeladen, kann es durchaus richtig sein, das Gespräch abzubrechen und zu vertagen, wenn keinerlei Konsens erzielt werden kann. So können sich beide Seiten beruhigen und die eigenen Positionen und auch die des anderen überdenken. Nutzen Sie mehr sogenannte Ich-Botschaften und weniger Du-Botschaften, um Konflikte im Vorfeld zu vermeiden, sagen Sie also statt „Was Sie sagen, stimmt nicht“ lieber „Ich habe andere Informationen“.
  15. Scheuen Sie sich nicht, Gefühle zu zeigen. Gerade souveräne Menschen stehen zu ihren Emotionen. Außerdem wirkt nichts überzeugender als ein Mensch, der neben dem Verstand auch mit dem Herzen bei der Sache ist.

Sie sehen schon: Mit Ihrem persönlichen Kommunikationsstil stellen Sie nicht nur die Weichen für einen erfolgreichen Ausgang Ihrer Gespräche, sondern sagen damit zugleich sehr viel über sich selbst aus. Mit Ihrer Art der Kommunikation zeigen Sie allen anderen, wer Sie sind und worauf es Ihnen ankommt. Und Ihre Gesprächspartner werden letztlich demjenigen den Vorzug geben, bei dem Sie wissen, dass nach fairen Regeln gespielt wird. Souveränität wird so zu einer Konstante, auf die sich andere verlassen können. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, warum souveräne Persönlichkeiten auf breiter Basis ein sehr hohes Ansehen genießen.

Gerade in Anbetracht der Komplexität der Welt stellen gefestigte Persönlichkeiten eine Konstante dar, die Halt verspricht und für Kontinuität steht.

Wo vieles unkalkulierbar geworden ist, sind derartige Werte rar und deshalb begehrt. Um hier in der ersten Liga mitzuspielen, brauchen Sie sich keinerlei Geheimwissen anzueignen oder spezielle Raffinessen anzuwenden. Setzen Sie ganz einfach auf Ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten und bauen Sie diese tagtäglich aufs Neue aus. Ihr souveränes Auftreten wird so nicht nur für andere zu einer Konstante, sondern ebenso für Sie selbst. So können Sie zuverlässig den einmal gewählten Weg gehen und selbstbewusst auch neues Terrain für sich erobern. Souveränität ist daher vor allem eines: eine Konstante in einer komplexen Welt.

© Stéphane Etrillard 2010  www.etrillard.com

Hier finden Sie die Seminare von Stéphane Etrillard zum Thema Souveränität, Rhetorik, Dialektik

Lesetipp: Prinzip Souveränität von Stéphane Etrillard

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Stéphane Etrillard

Stéphane Etrillard

Vielleicht stehen Sie manchmal vor folgender Situation: Sie haben sich fachlich gut vorbereitet und merken während des Gesprächs, der Verhandlung, dass die Situation Ihnen entgleitet. Sie bekommen zunehmend das Gefühl, dass Sie es schwer haben werden, Ihren Gesprächspartner nachhaltig zu überzeugen. Das muss nicht sein, wenn Sie wissen, wie Überzeugungspsychologie funktioniert.

Stéphane Etrillard hat sich seit Jahren mit den Gesetzen des Erfolgs und den Gründen für Misserfolg in der Gesprächsführung wie kein anderer befasst. Besuchen Sie doch eins seiner nächsten Seminare.

Das erwartet Sie in den Rhetorik-Dialektik-Seminaren mit Stéphane Etrillard:

  • Sie lernen Überzeugungsstrategien, mit denen Sie fast jeden motivationsgerecht überzeugen.
  • Sie holen sich bei einem Profi den letzen Schliff für Ihre Verhandlungen.
  • Sie lernen aufmerksamkeitsstark zu kommunizieren.
  • Sie vermeiden Konfrontationen mit Ihren Gesprächspartnern.
  • Sie lernen, selbst in kritischen Situationen, selbstsicher zu agieren und souverän zu bleiben.
  • Sie setzen Ihren Standpunkt trotz Widerstand durch.

Stéphane Etrillard gilt als führender europäischer Experte zum Thema „persönliche Souveränität“ und zählt zu den TOP 5 Rhetoriktrainern in Deutschland. Er fordert seine Teilnehmer und verlangt viel von ihnen. Nicht umsonst hat er Tausende von Managern, Unternehmern sowie Spezialisten aus den unterschiedlichsten Bereichen zum rhetorischen Erfolg gecoacht.

Wenn Sie von einem der besten der Branche lernen wollen, melden Sie sich am besten gleich zu einem der nächsten Original-Seminare mit Stéphane Etrillard an.

Seminar-Termine 2010 sowie weiterführende Informationen zu den Inhalten finden Sie HIER

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Stéphane Etrillard

Erleben Sie Arno Fischbacher auf La Gomera

Wenn es jemanden gibt, der professionelles Stimmtraining für die Wirtschaft macht, dann ist es Arno Fischbacher. Ganz besonders schätze ich an ihm, dass er größten Wert darauf legt, dass seine Tipps im beruflichen Alltag praktikabel und vor allem schnell umzusetzen sind.

Arno Fischbacher

Arno Fischbacher

Jetzt haben Sie die Chance, zum verringerten Preis eines seiner besten Seminare mit zu machen:

Die Intensivwoche „Geheimer Verführer Stimme“ auf La Gomera


Speziell für meine Blog-Leser und für Abonnenten und Abonnentinnen unseres SECS-Newsletters bietet Arno Fischbacher nicht nur einen Preisnachlass von 15% an. Den ersten 10 Personen, die sich zurückmelden, widmet er sich in einem 20-minütigen Telefonat, um persönliche Fragen zum Thema Stimme und Rhetorik zu beantworten und Ihnen konkrete Empfehlungen und Tipps zu geben.

„Geheimer Verführer Stimme“
ist das Seminar zum gleichnamigen Buch. Im Dezember 2008 erschien es meiner Reihe Softskills kompakt im Junfermann Verlag. „Geheimer Verführer Stimme“ gehört zu den Bestsellern des Junfermann Verlags im zweiten Halbjahr 2009.

Für das Training hat Arno Fischbacher ein spezielles Format entwickelt: Eine sechstägige Workshopklausur, die an ausgewählten, abgeschiedenen und exklusiven Orten stattfindet. Eine Mischung aus Gruppentraining, Einzelcoaching und Freizeit.

  • Konzentration: garantiert.
  • Alltag: Hunderte Kilometer entfernt.
  • Persönlicher Nutzen: nicht zu überbieten.
Arno Fischbacher erleben auf La Gomera

Arno Fischbacher erleben auf La Gomera

Profitieren Sie vom Wissen und der Professionalität eines wahren Stimmexperten.

Sich eine Woche Zeit zu nehmen, spart zahlreiche Stunden Coaching und Präsentationstraining. Diese können im Alltag oft aufhalten. Neben dem Training in der Gruppe, gibt es für jeden Teilnehmer Einzelcoachings. Dabei werden ganz persönliche Themen intensiv bearbeitet. Die Teilnehmer profitieren von riesigen Fortschritten. Das Ganze gibt es zu einem sagenhaften Preis.

Holen Sie sich die Infos HIER

Ärger, Nervosität, Freude, Selbstsicherheit. Nichts zeigt innere Regungen so unmittelbar wie der Klang der Stimme. Kleidung oder Make-up vermögen das Auge zu täuschen, das Ohr bleibt unbestechlich. Binnen Millisekunden erfassen unbewusste Mechanismen Ihres Gesprächspartners, ob Sie es ernst meinen mit dem, was Sie sagen. Kein Wunder, dass Präsentations- und Rhetorikprofis daran gelegen ist, auch die unbewussten Wirkungsmechanismen der Kommunikation zu beherrschen.

Im März 2010 geht es mit „Geheimer Verführer Stimme“ auf die Vulkaninsel La Gomera. In der Bucht von La Gomera finden Sie Ihren Ort der Erholung und der persönlichen Weiterentwicklung. Fernab vom Alltag, ohne Straßenlärm und Handyklingeln. Das Seminar ist so konzipiert, dass Sie genügend Zeit finden, sich zu erholen und die Insel zu genießen.

Informationen über den Seminarort gibt es HIER

Arno Fischbacher und ich kennen uns schon lange. Daher bietet er Ihnen 15% Preisnachlass auf den Seminarpreis an – unabhängig von der Wahl der Zimmerkategorie. Unterkunft und Vollpension sowie die Seminarleistung inkl. Einzelcoaching sind im Preis schon enthalten. Nur die Reisekosten kommen noch hinzu.

Profitieren Sie vom Wissen und der Professionalität eines wahren Stimmexperten. Vor allem lege ich Ihnen ans Herz, sich rasch zu melden und sich Ihre ersten persönlichen Empfehlungen für Ihre Stimme abzuholen. Ich selbst habe mich 2005 von seiner Kompetenz überzeugt, als ich bei ihm ein Intensiv-Stimmcoaching in Österreich besuchte.

Fordern Sie weitere Informationen zu diesem einmaligen Seminar mit Arno Fischbacher an

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